Der schöne Ruhestand? Anspruch und Wirklichkeit

31. Mai 2018

Danach befragt, ob sie sich auf ihren Ruhestand freuen, antworten die meisten Führungskräfte zunächst, dass sie diesem mit froher Erwartung mit viel Gelassenheit entgegensähen, schließlich hätten sie ja so viele Hobbies. Im Ruhestand angekommen, sieht die Realität jedoch meistens völlig anders aus. Denn mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben gehen auch die vielen positiven Vorteile des Berufes, die dem Leben bis dato Sinn und Struktur gegeben haben, verloren. Zudem gilt: Während der Ruhestand noch vor 60 Jahren im statistischen Mittel nur 2-3 Jahre dauerte (!), währt dieser Lebensabschnitt heutzutage 25 und mehr Jahre – die es mit Inhalten und Sinn zu füllen gilt!

Gerade Führungskräfte leiden sehr häufig unter Zeit und Schlafmangel, sie empfinden einen enormen Druck und emotionale Achterbahnfahrten, sie spüren oftmals ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Sie leiden oftmals unter zu wenig Zeit für Partnerschaft und Familie. Dennoch bringt das Berufsleben aber auch etliche positive Faktoren mit sich:
Neben dem Nutzen, dass wir Aufgaben und Kompetenzen und eine Zeit-Struktur bekommen, haben wir uns ebenso ein großes soziales Netzwerk im Arbeitsumfeld aufgebaut, dass uns ein Gefühl von Zugehörigkeit gibt und uns zu Kooperationen befähigt. Wann immer wir eine Aufgabe oder ein Projekt erfolgreich gestaltet haben, erhielten wir dafür Wertschätzung, Respekt und soziale Anerkennung von unseren Kollegen, Mitarbeitern oder Vorgesetzten. Durch unsere Arbeit erhalten wir außerdem das Gefühl, etwas bewirken zu können und gewinnen dadurch eine Bedeutung im sozialen Umfeld. Vor allem Führungskräfte mit Personalführung genießen zudem den Status von Macht sowie den von menschlicher Zuwendung.

Hat sich was überlegt: Dr. Dr. Ekkehart Franz

Wenn wir also von heute auf morgen in den Ruhestand gehen/müssen(!) und all die oben genannten positiven Faktoren der Arbeit plötzlich wegfallen, die uns bis dato zum großen Teil den Sinn in unserem Leben gaben, dann entwickelt die Mehrheit der aussteigenden Führungskräfte tiefgreifende Ängste. Denn wenn der Beruf fehlt, dann verlieren Führungskräfte damit auch ihre zentrale Schlüsselrolle im Leben, eine existentielle Identifikationsmöglichkeit geht damit verloren. Damit verbunden sind der Wegfall von Prestige, Autorität, sozialem Ansehen und beruflichen Kontakten. Ohne Aufgaben und Verantwortung verschwindet auch die Alltagsstruktur und es bestätigt sich die Sorge, nicht mehr gebraucht zu werden.

Die Anpassung an die neue Lebensphase erfordert zweifelslos einen Veränderungsprozess des eigenen Verhaltens. Nahezu nichts ist mehr wie zuvor! Denn bisheriges Handeln und Denken sowie aufgebaute Wertesysteme und Argumentationstechniken können in das private Umfeld nicht übernommen werden. Durch die so entstandene Hilfslosigkeit sinkt auch das eigene Selbstwertgefühl. Das gilt besonders dann, wenn uns im eigenen Umfeld keine Wertschätzung mehr entgegengebracht wird, weil wir unseren beruflichen und gesellschaftlichen Status nicht mehr innehaben. Durch all diese Fakten steigt das Risiko, physisch oder psychisch zu erkranken im Ruhestand signifikant an. Doch kaum einer der Betroffenen spricht gern darüber, weil es gesellschaftlich immer noch als Schwäche gedeutet wird. Auf diese Weise drohen Depression und Isolation.
Um einen solchen ‚Absturz in das schwarze Loch’ zu vermeiden und ein sanftes Ankommen in den Ruhestand zu gewährleisten, braucht es einen individuellen Plan zur Vorbereitung und Ausgestaltung des nachberuflichen Lebens. Da von nun an der Großteil der Zeit zu Hause verbracht wird, muss auch die Beziehung zum Partner an die neue Alltagssituation angepasst werden. Deshalb ist es unerlässlich, bei der Ruhestandsplanung den Partner mit einzubeziehen, um ein harmonischen Zusammenleben zu ermöglichen.

Über Zeitenwende Lang& Franz GbR:
Die von Dr. Ewald Lang und Dr. Dr. Ekkehart Franz gegründete Firma ist spezialisiert auf das Thema ‚Souveränes Ausstiegsmanagement‘. Ziel von Zeitenwende ist es, mit Unternehmern und Führungskräften, die ihrem Leben eine neue Orientierung geben möchten oder müssen, im Einzel- oder Gruppencoaching individuelle Lösungen zu erarbeiten. Das Buch zum Thema: „Am Ende des roten Teppichs – wie der berufliche Ausstieg souverän gelingt“ www.zeitenwende-consulting.de

Führungskraft im Beruf – Führungslos im Ruhestand?

18. April 2018

„Endlich im Ruhestand angekommen“, fühlen sich die meisten Führungskräfte urplötzlich der neuen Freiheit und auch der Familie ausgeliefert und zu allem Überfluss vom Unternehmen auch noch schnell vergessen. Schon bald entstehen Frustrationen mit negativen Folgen für alle Betroffenen.

Ein Fallbericht: Andrea V., 60 J., Ehefrau des kürzlich ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden einer sehr bekannten Bank, klagt: „Mein Mann lauert immer auf irgendwelche Einladungen zu irgendwelchen Empfängen, auf die er sich dann tagelang vorbereite, und denen er einen völlig unangemessenen Stellenwert einräume. Meist kommt er von solchen Empfängen schlecht gelaunt nach Hause, eben, weil er mit seiner geschäftlichen Bedeutungslosigkeit konfrontiert wurde“. Sie weiter: „…Zum Glück hat man ihm ein kleines Büro in der Vorstandsetage gelassen und an zwei Tagen eine Halbtags-Sekretärin zur Verfügung gestellt. Auch der Fahrer fährt ihn zweimal in der Woche von zuhause in die Bank und zurück – aber eben auch nicht mehr. Das ist vertraglich klar geregelt – sehr zu seinem Verdruss. Und glücklicherweise ist da noch das Aufsichtsratsmandat, zweimal im Jahr. Aber zuhause? Fragen Sie mich lieber nicht! Ich dachte es würde so schön werden, wenn er nicht mehr in diesem beruflichen Dauerstress sein würde. Und nun haben wir den Stress zuhause! “

„Endlich im Ruhestand angekommen“, fühlen sich die meisten Führungskräfte urplötzlich der neuen Freiheit und auch der Familie ausgeliefert

Das Buch “Am Ende des roten Teppichs” von Dr. Dr. Ekkehart Franz und Ewald Lang beschreibt das Thema Ruhestand

Beim Ausstieg in das nachberufliche Leben fühlen sich die meisten Führungskräfte in ihrer Situation alleingelassen, denn als Ratgeber sind Familienmitglieder und Freunde falsche Ansprechpartner, weil ihnen die objektive Distanz zum Betroffenen fehlt. Zudem verläuft der ungeplante Alltag im Ruhestand oft ohne sinngebende Aufgaben, die der Woche eine Struktur geben könnten. Im Berufsleben wurde jeder einzelne Tagesablauf durch externe Faktoren genauestens festgelegt (Endlos- Meetings, Verhandlungen, Reisen etc.) Es gab keinen Raum für ein selbstbestimmtes Leben. Die Tatsache, dass die Führungskraft nun im Ruhestand plötzlich selbst verantwortlich ist für die Gestaltung ihres nachberuflichen Lebens, muss von ihr und ihrem Umfeld akzeptiert und erlernt werden – ein meistens sehr schmerzhafter Prozess!

Der Eintritt in den Ruhestand ist oft schwer

Ohne Organisation und Sinngebung überkommt die ehemalige Führungskraft im nachberuflichen Leben, oft ein Gefühl von Nutzlosigkeit und Bedeutungslosigkeit. Nach dem eigenen Ausscheiden geht zudem der Arbeitsalltag im Unternehmen wie gewohnt weiter, und in der Regel will und braucht der Nachfolger auch keinen Rat vom alten Chef. Die bittere Erkenntnis: Jeder Mensch ist ersetzbar – in seiner Funktion!

Zu Hause angekommen, wartet nun die Ehefrau, die seit 30 Jahren die familiären Angelegenheiten und den Haushalt fest im Griff hat. Zudem pflegte sie stets den Freundeskreis und ist heute bestens vernetzt. Ist die Frau selbst noch berufstätig, verschärft sich die Situation mit dem Mann plötzlich zuhause! Für viele Frauen ist der berufliche Ausstieg des Partners aus zwei Gründen von Sorge und Anspannung erfüllt: Zum einen könnten langjährig gehegte Hoffnungen auf mehr Gemeinsamkeit nun zwar real gelebt werden – es muss aber auch der ‚Beweis’ erbracht werden, dass dies so – wie einst erhofft – auch funktioniert. Zum anderen mischt sich der Partner plötzlich in die bestehende häusliche Ordnung ein – Chaos scheint vorprogrammiert, und das mit ungewissem Ausgang!

Damit ein solcher Fall nicht eintritt, sondern der berufliche Ausstieg zum Erfolg wird, ist es entscheidend, sich frühzeitig Gedanken zu machen, welche Ausrichtung das nachberufliche Leben haben soll und wie geplant werden muss, damit ein selbstbestimmtes Leben gelebt werden kann. Dabei ist es zwingend notwendig, den Lebens-/Ehepartner bei der Vorbereitung mit einzubeziehen.

Ruhestand: Vom Beruf in den Stress?

22. März 2018

Die Mehrheit der Führungskräfte ist schlecht oder gar nicht auf ihren Übergang in das nachberufliche Leben vorbereitet. Es überwiegen falsche, unrealistische Vorstellungen darüber, wie ihr Leben im Ruhestand aussehen wird. Wir hören oft: „Was meinen Ruhestand angeht, dem sehe ich sehr gelassen entgegen. Ich habe so viele Hobbies, und Reisen will ich auch.”

Nach drei bis vier Monaten gefühlten verlängerten Urlaubs, spüren die meisten jedoch eine gewisse Leere und werden zudem mit einem allseits unterschätzen Aspekt konfrontiert, über den zu sprechen aber fast einem Tabubruch gleicht: Neben der Erkenntnis, dass sinnvolle Beschäftigungen fehlen, und man nirgendwo mehr ‚gefragt ist’, wird – bei ehrlicher Betrachtung – der tatsächliche Zustand der zuhause erlebten Partnerschaft unübersehbar.

Dr. Ewald Lang ist einer der Autoren des neuen Buchs "Zeitenwende"

Dr. Ewald Lang zeigt wie Führungskräfte am besten in den Ruhestand eintreten können.

In den Jahren beruflicher Höchstanforderungen lebte jeder der beiden Lebenspartner mehr oder weniger sein Leben. Für Gemeinsamkeiten war ohnehin kaum Zeit vorhanden. Man tröstete sich darüber hinweg, dass, wenn erst einmal der Ruhestand erreicht sein würde, alles viel, viel besser würde, man Gemeinsamkeit wirklich würde leben können. Und nun ist er da der Ruhestand, und bei den allermeisten keimt die Erkenntnis, dass viel Gemeinsames im Laufe der Jahre verloren ging: Er war beruflich extrem engagiert. Sie oftmals auch, hat aber ‚nebenbei’ die Familie gemanagt, Kontakte und Hobbies gepflegt und hat sich möglicherweise dazu noch sozial engagiert. Er ging völlig in seinem Beruf auf. Nun ist er zuhause und merkt, dass er in keins der bestehenden häuslichen Systeme wirklich hineinpasst. So manch einer muss sich eingestehen: „Zuhause bin ich irgendwie über!“ Dieses Gefühl, nicht einmal mehr zuhause wirklich gebraucht zu werden, löst einen sehr hohen gesundheitsschädlichen Stresspegel aus. Vom einen Stress also in den nächsten? Was ist zu tun?

Am besten gelingt es, diese Misere zu vermeiden, wenn frühzeitig aus dem nachberuflichen Leben ein Partnerschaftsprojekt gemacht wird, indem beide Partner – einzeln und gemeinsam – herausfinden, welche Ausrichtung das nachberufliche Leben erhalten soll. Beispielsweise, wie viele gemeinsame und wie viele individuelle Aktivitäten angestrebt werden sollen. Das braucht Zeit! Und zwar für das sorgfältige Nachdenken, das Reifenlassen, sowie dann für das Handeln! Besonders wichtig dabei sind: Gemeinsame, strukturierte Vorbereitung, Offenheit, Klarheit und – ganz wichtig! – Schriftlichkeit.

Der Ruhestand gehört perfekt vorbereitet

Beim Herausarbeiten von Zielen für das nachberufliche Leben wird es erfahrungsgemäß Überschneidungen aber auch Ausschlüsse von Interessen und Unternehmungen geben. Zuviel Nähe kann für das nachberufliche Gedeihen einer Partnerschaft ebenso hinderlich sein, wie das Gegenteil. Das richtige Maß ist dabei entscheidend. Bei aller Individualität, die möglicherweise beide Partner für sich beanspruchen gilt eines aber als unumstößlich: Die Lebenspartnerschaft muss zumindest ein klar definiertes übergeordnetes Ziel haben, an dem beide Partner mit gleichem Interesse arbeiten. Dies können zum Beispiel familiäre, kulturelle oder sportliche Aktivitäten sein. Wichtig dabei: es darf keine Konkurrenz entstehen, das wäre Gift für die Beziehung. Gleichsam wichtig ist es, immer wieder einmal einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, um Partner und Partnerschaft im Hinblick auf Werdegang und Historie zu betrachten.

Was aber, wenn der Ruhestand bereits besteht, die Partnerschaft in Schieflage ist und wir nicht wissen, wie wir gemeinsame Zufriedenheit herstellen könnten? Kein Problem, denn es ist nie zu spät, die richtigen – wie oben beschriebenen – Schritte zu unternehmen, um wieder miteinander ins Gespräch und vor allen Dingen, ins gemeinsame Handeln zu kommen. Machen wir also aus dem nachberuflichen Leben ein Partnerschaftsprojekt!

Im Beruf top und selbstbestimmt – Im Ruhestand fremdbestimmt und ineffizient?

2. März 2018

Der Eintritt in den Ruhestand und damit der Abschied vom Beruf und jahrelangem Erfolg und somit das Zurücklassen des selbst aufgebauten Lebenswerkes ist für Unternehmer mit vielen Herausforderungen verknüpft. Dazu zählen vorrangig die Wahl des individuell richtigen Ausstiegszeitpunktes sowie die Unternehmensübergabe an einen Nachfolger. Um ein erfülltes und selbstbestimmtes nachberufliches Leben im Ruhestand in Gesundheit und Freiheit führen zu können ist es erforderlich, den beruflichen Ausstieg früh genug und sorgfältig zu Ende zu denken, damit es nicht zum vielerorts gefürchteten Fall ins schwarze Loch kommt.

Grundsätzliche Fragen des Ruhestands, die sich jeder Unternehmer frühzeitig stellen muss, sind: Welches ist der – für mich selbst, die Firma und die Familie – richtige Moment meines Ausstiegs? Wann ist eine Unternehmensabgabe auch aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll? Wie frei bin ich bei dieser Entscheidung – strategisch, materiell, psychologisch oder gesundheitlich? In den meisten Fällen sind es nicht wirtschaftliche Gründe, wodurch der richtige Ausstiegszeitpunkt aus dem aktiven Berufsleben verpasst wird. Vielmehr sind es die Ängste vor dem Nicht-Mehr-Gebraucht werden, sowie das Verdrängen von ungelösten und komplexen Herausforderungen wie beispielsweise die Nachfolgeregelung, die private Vermögensplanung und die Organisation der Altersvorsorge.

Der Ruhestand und seine Herausforderungen

Wenn der Zeitpunkt des Ausstiegs und der Unternehmensübergabe immer weiter nach hinten verschoben wird, besteht die Gefahr, dass finanzielle Abstriche beim Unternehmensverkauf sowie menschliche Enttäuschungen hingenommen werden müssen. Denn je älter wir als Unternehmer werden, desto mehr nehmen Stresstoleranz, psychische Belastbarkeit sowie die eigene Innovationskraft ab. Folglich werden vermehrt falsche Entscheidungen getroffen und notwendige (Unternehmens-)Veränderungen finden nicht mehr statt. Außerdem sinkt durch fehlende Innovationen und neue Technologien die Wettbewerbsfähigkeit. Die Folge: Der Unternehmenswert fällt. Um die Kosten jedoch abdecken zu können, muss folglich privates Geld in das Unternehmen zurückfließen, was zu Einbußen im privaten Vermögens sowie zu einer Verminderung der Altersvorsorge führt.

Der Eintritt in den Ruhestand birgt viele Herausvorderungen. Hier wird gezeigt welche.

Dr. Dr. Ekkehart Franz (links) und Dr. Ewald Lang beraten Unternehmer über den Eintritt in den Ruhestand.

Damit solch ein Szenario durch den Eintritt in den Ruhestand vermieden wird und ein souveräner Ausstieg in den Ruhestand gelingt, gilt stets die Faustregel: „Gehe, wenn es am schönsten ist.“ Je präziser der individuelle Berufsausstieg sorgfältig zu Ende geplant und durchgeführt wird, desto größer ist die Gewähr, Erfolg und Freiheit auch im nachberuflichen Leben zu erleben. Neben dem wichtigen finanziellen Aspekt kommen noch gewichtige psychologische Aspekte beim Ruhestand hinzu: So können wir stets auf den Erfolg des Höhepunktes zurückblicken, und unsere Mitarbeiter werden uns entsprechend in Erinnerung behalten. Zudem meiden wir Konfrontationen mit jüngeren Konkurrenten und geben unserem Nachfolger die Chance, das Unternehmen vielleicht sogar über unsere Leistungen hinaus zu noch größerem Erfolg zu führen.
Aber auch die Nachfolgeregelung ist von entscheidender Bedeutung. Der Unternehmer muss sich früh darüber in Klaren werden, ob sein Nachfolger aus den eigenen Reihen oder von Extern kommen soll, oder vielleicht sogar aus der eigenen Familie. Diese Entscheidung muss mit äußerster Sorgfalt getroffen werden. Die nächsten Schritte sind sodann die detaillierte Planung der Unternehmensübergabe, der Wissenstransfer an den/die Nachfolger sowie die steuerrechtliche und juristische Beratung. Dies ist üblicherweise ein Prozess von 2-3 Jahren. Wichtig dabei ist aber: Dem gesamten Unternehmensabgabeprozess muss vorausgehen, dass der Unternehmer ganz genau weiß, was er in diesem Kontext erreichten will – wirtschaftlich und psychologisch! Daran hapert es bei etwa 50% aller Unternehmer, weshalb Unternehmensabgaben sich lang hinziehen und unnötig viel Geld kosten.

Ziel jedes Unternehmers muss sein, im Rahmen einer Unternehmensabgabe und damit des Eintritts in den Ruhestand des Firmeninhabers die Handlungsfähigkeit für sich selbst, das Unternehmen und die Familie zu erhalten. Denn die nachberufliche Lebenszeit kann heutzutage 25 und mehr Jahre andauern. Zeit, die es gilt souverän und selbstgestaltet zu verbringen! Dabei sollte nur wenig dem Zufall überlassen werden. Hierfür ist es erforderlich, dass der Unternehmer seine berufliche und private Situation früh genug ganzheitlich, d.h. aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, betrachtet und den für ihn richtigen Moment des Loslassens findet. Der Angst vor der Ungewissheit des nachberuflichen Lebens begegnen wir am besten, indem wir uns Informationen beschaffen und unsere Zielvorstellungen sehr sorgfältig zu Ende denken. In dieser sehr sensiblen Situation tut externe Hilfe sehr gut, weil so auf sehr effiziente Weise ein strukturierter Aktivitätenplan erarbeitet werden kann. Dieses Vorgehen stellt sich regelmäßig als klärend und hilfreich, und im weiteren Prozess als sehr kostensparend dar: „Erst wenn ich genau weiß wohin ich will, kann ich meine Segel setzen.“

Ruhestand und wie es weiter geht

27. Februar 2018

Beim nicht vorhersehbaren Übergang vom beruflichen in das nachberufliche Leben, dem sogenannten Ruhestand, verfällt die Mehrheit der betroffenen Führungskräfte in eine Art ‚Schockstarre‘, weil sie eiskalt erwischt wurden, und plötzlich ohne ihren Beruf dastehen. In der Folge begehen viele den Fehler, darauf nur als Opfer der Umstände zu reagieren, anstatt die Veränderung gut reflektiert und aktiv zu gestalten. Viele handeln im Ruhestand nach den gleichen Mustern, mit denen sie im Berufsleben erfolgreich waren. Für ein nachberufliches Leben benötigt es jedoch komplett neuer Einstellungen und Perspektiven.

Ein überraschender Wechsel vom Berufsleben in den vorzeitigen Ruhestand erzeugt verständlicherweise bei vielen Führungskräften Ängste und Frust. In dieser Phase vergleichen sie ihr ‚neues‘ Leben mit ihrem ehemals erfolgreichen Berufsleben. Unversehens erleben sie das Ende ihres Glücks und den Beginn der Unzufriedenheit. Gefühle wie die des Nicht-Mehr-Gebraucht-Werdens beschädigen sofort das Selbstwertgefühl.

Ruhestand, ein gefürchtetes Wort

Dabei könnten wir es besser wissen: Wir sollen nämlich nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen! Zudem ist es unsinnig, mit den gleichen Methoden, die wir für den Beruf angewandt haben, das nachberufliche Leben gestalten zu wollen. Wir brauchen neue Sichtweisen, um die Herausforderungen im nachberuflichen Leben erfolgreich meistern zu können. Wenn wir an unseren Ruhestand denken, dann müssen wir für uns klären, worum es uns eigentlich geht. Wohl jeder beruflich erfolgreiche Mensch möchte ein selbstbestimmtes, gesundes und wirtschaftlich unabhängiges nachberufliches Leben führen.

Die richtige Einstellung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg im nachberuflichen Leben

Dr. Ewald Lang ist nicht nur einer der Autoren des Bestsellers “Am Ende des roten Teppichs” sondern auch Coach für alle Fragen des Ruhestands

Dann sollte schnellstmöglich Klarheit darüber erreicht werden, was für Ziele wir haben und vor allem, warum. Wir müssen wissen, was wir bereit sind, dafür zu tun und ob es uns auch Freude bereiten wird. Kurzum: haben wir das Zeug dafür, die geplanten Dinge auch durchzuführen? Solche komplexen Gedanken zu Ende zu denken, fällt den allermeisten von uns sehr schwer. Das ist auch der Grund, warum die meisten es auch sein lassen und mehrheitlich handlungsunfähig werden. Als Konsequenz führen sie dann ein bisweilen trostloses nachberufliches Leben; mit allen negativen körperlichen und seelischen Begleiterscheinungen.
Ein neuer Lebensabschnitt benötigt auch neue Perspektiven. Diese können wir uns am ehesten zielgerichtet erarbeiten, wenn wir professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. So können wir sehr schnell wieder handlungsfähig werden, viel Zeit sparen und die neue Freiheit unbeschwert genießen.

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